Feb 142011
 

Piraten sind nicht Neues? Würde Rudi heute MP3 tauschen?

“Der Mensch verdankt, was er aus seinen Fähigkeiten schaffen kann, der menschlichen Sozietät, der menschlichen sozialen Ordnung. Es gehört einem in Wahrheit nicht. Warum verwaltet man sein so genanntes geistiges Eigentum? Bloß deshalb, weil man es hervorbringt; dadurch, daß man es hervorbringt, zeigt man, dass man die Fähigkeiten dazu besser hat als andere. So lange man diese Fähigkeiten besser hat als andere, so lange wird man im Dienste des Ganzen am besten dieses geistige Eigentum verwalten. Nun sind die Menschen wenigstens darauf gekommen, dass sich nicht endlos forterbt dieses geistige Eigentum; dreißig Jahre nach dem Tode gehört das geistige Eigentum der gesamten Menschheit. Jeder kann dreißig Jahre nach meinem Tode drucken, was ich hervorgebracht habe; man kann es in beliebiger Weise verwenden, und das ist recht. Ich wäre sogar einverstanden, wenn noch mehr Rechte wären auf diesem Gebiet. Es gibt keine andere Rechtfertigung dafür, dass man geistiges Eigentum zu verwalten hat, als dass man, weil man es hervorbringen kann, auch die besseren Fähigkeiten hat.”

(Rudolf Steiner: Vortrag vom 25. April 1919, GA 330, S. 97)

 

Themen aus Rudi´s
“Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten”:

Jede Vorstellung besitze eine Bedeutung, jeder Begriff sei ein Spiegel der Außenwelt, unrichtige Vorstellungen sind zu entfernen.

Entschlüsse aus begründeter Überlegung fassen, bedeutungsloses Tun unterlassen.

Das Wort nur für Bedeutungsvolles anwenden, begründet und nach jeder Richtung überlegt.

Äußere Handlung erfolge in Harmonie mit dem Umfeld. Die Wirkung des Handelns erwägen.

Natur- und geistgemäßes Leben, Gesundheitspflege ohne Übergeschäftigkeit und Lässigkeit.

Streben gemäß den Fähigkeiten, seine Aufgaben begreifen und nichts unterlassen, jedoch nichts über die eigenen Kräfte hinaus.

Interesse an allem um vom Leben zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Nichts tun, ohne auf diese Erfahrungen zurückzugreifen, die durch eigenes Handeln oder der Beobachtung anderer gesammelt sind.

Ins Innere blicken, von Zeit zu Zeit kontemplieren, Lebensgrundsätze bilden und prüfen, Kenntnisse in Gedanken durchlaufen, Pflichten erwägen. Über Inhalt und Zweck des Lebens nachdenken.

http://fvn-rs.net/

 

“Heute werden die Kinder schon im Alter von einem knappen Jahr hergerichtet zum Industriefutter. Der Romano Guardini hat das sehr wohl erkannt. In den fünfziger Jahren hat er geschrieben, “dass die Industriegesellschaft nur durch den islolierten Menschen existieren könne, deshalb wird sie alles tun, um den Menschen zu isolieren”. Verstehen Sie, die Familie ist schon zerschlagen, es kann heute kein Alleinverdiener mehr die Familie ernähren, da müssen dann schon zwei her. Das ist ein so grundsätzlicher Einbruch in die Familie. Da kommt der Vater gehetzt heim, da kommt die Mutter gehetzt heim, die Kinder, die sind im Hort, in Ordnung. Und so zerstört sich das Dasein des Menschen im Logos.”

[...]

“Das Böse ist das Ungeschehene, denn das Böse ist nicht ursächlich böse, es ist nur ungeschehen und als solches unerlöst. Und weil es aus einer Verneinung entstanden ist, ist es verneinend.”

(Wolfgang Döbereiner: Der König kehrt zurück. Seminare Band 19)

 

John Henry Mackay: Auszug aus “Die Menschen der Ehe”
XI.

»Ich glaube, daß es so viel verschiedene Neigungen und Bedürfnisse giebt, als es Menschen giebt, und ich wünschte, daß jeder Menschen diesen seinen Neigungen ungestört nachlebe, aus dem einfachen Grunde, um selbst ungestört den meinen folgen zu können.

Ich maße mir nicht an, die Menschen zu verstehen. Wir verstehen überhaupt wenig von einander. Aber frech greifen wir täglich und stündlich in das Leben unserer Mitmenschen ein, unter dem lügenhaften Vorgeben, ihnen helfen zu wollen.

Ich möchte, daß ein Jeder nach seiner Façon glücklich werde hier auf der Erde.

So ungefähr ist der Grundgedanke meines Buches. Du hast es nicht gelesen; ich mußte ihn Dir daher schnell herzeichnen.

Wovon man Dir aber wahrscheinlich erzählt haben wird, das ist das Kapitel, welches ich »Die Menschen der Ehe« betitelt habe. Ohne irgendwie zu klassificiren oder zu schematisieren, habe ich in ihm die Frage gestellt, ob es nicht einen größeren Theil Menschen gäbe in unserer Zeit, auf welche diese Bezeichnung mit Recht sich anwenden ließe; Menschen der Enge im Gegensatz zu den Menschen der Weite; Menschen, die nie in Conflikt kommen mit ihrer Umgebung, da sie alle Geschicke – alle, welche aus der Menschen Hände kommen – als von Gott ihnen auferlegt betrachten; Menschen der kleinen Zufriedenheit, die ihr Glück finden in den Winkeln des Tages, immer an dem einen Tische und immer an derselben Brust; Menschen, die nicht wissen, was es heißt, ein Versprechen auf Lebenszeit zu geben, weil sie nicht wissen, was es heißt: zu leben; Menschen der Stagnation, nicht Menschen der Bewegung; Nummern, aber Nummern, welche zu Zahlen werden, und welche ich deshalb hasse! –
Menschen der Gewöhnlichkeit! – Menschen der Ehe! –«

[...]

»Ich kenne nur ein Verhältniß wie zwischen Mensch und Mensch, so zwischen Mann und Weib, das ich würdig nenne: das auf gegenseitiger Unabhängigkeit beruhende; denn es ist zugleich das einzige, welches die gegenseitige Achtung ermöglicht. Der Herr verachtet den Knecht, und der Knecht haßt den Herrn.«

Mit verständnißlosen Augen sah sie vor sich hin.

»Und in der Ehe?« – fragte sie unsicher.

»Bemitleidet der Mann heimlich die Frau, während die Frau ihn heimlich belächelt.«

Verstohlen blickte sie ihn von der Seite an. Woher weiß er das? – war ihr erster Gedanke.
»Es giebt doch so viele glückliche Ehen –«

»Wie viele kennst Du?«

»Nein –, aber –«

»Nun, ich leugne es. Es gibt verschwindend wenige. Was Glück genannt wird ist Zufriedenheit. Und was Zufriedenheit scheint, ist nur Gewöhnung – jene Gewöhnung der schwächlichen Ohnmacht, welche davor zurückschaudert, Ketten zu brechen, und in feiger Nachgiebigkeit Schritt für Schritt zurückweicht, Stück um Stück ihrer eigenen Würde, ihrer eigenen Freiheit und – was das Traurigste ist – ihres eigenen Glückes opfert, um das zu werden, was eine alberne Oeffentlichkeit einen guten Ehegatten, ein treues Eheweib nennt.«

»Aber wie denkst Du Dir denn –« begann sie zu wiederholen.

»Das Verhältniß zwischen Mann und Frau in der Freiheit? – Ich verstehe eine solche Frage kaum. Vernünftige Menschen kommen zusammen, wenn sie sich lieben und gehen auseinander, wenn sie sich nicht mehr lieben. Mag sein, daß sie bis an ihr Lebensende zusammen bleiben in Liebe und Einigkeit. Oft wird es nicht der Fall sein.«

Auch sie stand nun auf.

»Aber um Gotteswillen, das ist ja im höchsten Grade unmoralisch, was Du da sagst!« rief sie. »Es ist ja unanständig!«

Er lachte nur, laut und rücksichtslos.

Er hatte ihr so viel Klugheit zugetraut, daß sie ihn fragen würde, was aus den Kindern der freien Verbindung werden würde. Aber er täuschte sich auch diesmal. Sie rief – wie alle Schwachköpfe – die Moral zu Hülfe, wo ihr Verstand nicht mehr ausreichte.

Gleichmütig sagte er:

»Ja, über Anständigkeit und Ehrenhaftigkeit gehen meine Anschauungen und die Deiner Klasse, welche Du teilst, wie ich sehe, weit auseinander. Ich weiß, daß es noch viele, viele Menschen giebt, welche eine Vereinigung erst dann für anständig halten, wenn sie sich dieselbe gegenseitig erlaubt haben: Standesamt – Kirche und Pfaffe – Hochzeitsreise; welche es anständig nennen, wenn zwei Menschen zusammenbleiben, die sich nicht mehr sehen können und die erkannt haben, daß auch das leiseste Gefühl sie nicht mehr zusammenhält, sondern nur noch das gegebene Wort. Ich weiß aber auch, daß es Menschen giebt, welche jede Umarmung, welche aus anderen Gründen erfolgt, als aus gegenseitiger Liebe, gemein nennen, und zu diesen Menschen gehöre auch ich. Und eins möchte ich Dir und Allen, die die Ehe vertheidigen und unsere Anschauungen der freien Liebe so laut und emphatisch beschreien, eins möchte ich Euch Allen, Euch Menschen der Ehe, sagen: Thut, was Ihr wollt, aber zeigt uns durch Eure eigenen glücklichen Ehen, daß wir im Unrecht sind und Ihr im Recht seid mit Eurer Heiligsprechung der Ehe! Dann werden wir Euch vielleicht glauben, eher nicht!«

[...]

IV.

Sollte er sie aufsuchen, die Genossen jener Tage? – Fast wandelte ihn die Lust dazu an, wie nun Gestalt um Gestalt vor ihm emportauchte.

Was war aus ihnen geworden? – Wie waren sie geworden? Wo waren sie gelandet?

Von den meisten war es nicht schwer es zu ahnen.

Denn die meisten waren schon damals in ihrer Jugend dazu bestimmt, ein vorgeschriebenes Leben zu leben: das Leben herunterzuleben, wie Grach es nannte.

Nachdem ein Examen – ein Thor, welches unwiderruflich passiert werden mußte, wollte man in dieses Leben eintreten – sie gezwungen hatte sich den Kopf mit einer unglaublichen Menge modernden Gerümpels zu füllen, wurden ihnen einige Jahre gegönnt, ihn von diesem Wuste zu befreien.

Sie hatten zu vergessen, was sie gelernt hatten. Nach diesen Jahren einer ungebundenen Freiheit auf der Hochschule aber steckte sie der Vater unerbittlich in das von dem Großvater gemachte, und von ihm selbst wohl gewärmte Bett, und »niemals wieder sah sie die Welt.«

Sie wählten unter den Töchtern des Landes eine – jeder eine – und begannen, sich zu vermehren in Züchten und Ehren.

Sie traten in die »Harmonie« oder in die Dilettantengesellschaft »Urania« ein und tanzten im Winter im »Casino«, so lange sie noch jung waren.

Wurden sie älter, so begann das einzige Gefühl von Würde, dessen der Philister fähig ist: ein Bürger des Staates zu sein, ihre Brust zu schwellen, und sie glaubten sich an den Geschicken des Landes zu betheiligen, wenn sie von Zeit zu Zeit einen Zettel in die Wahlurne warfen und Abends beim Biere endlose Debatten über die gleichgültigsten und belanglosesten Fragen innerer und äußerer Politik – dieses Tummelgebietes aller Menschen ohne Geist und Kraft – führten, bis die Stunde schlug, wo die Angst vor der Frau sie nach Haus und in das gemeinsame Bett trieb …

Sie waren Menschen der Ehe geworden.

Nein, er wollte keinen von ihnen wiedersehen. Man würde sich doch nur gegenseitig eine traurige Enttäuschung bereiten, und in einer so veränderten Sprache über Menschen und Dinge reden, daß man sich nicht mehr verstehen würde…

[...]

Der Schwindel des Handels, welcher die Arbeit mordet, trieb sein Unwesen diese ganze Straße entlang.

Arme Arbeiter! Des Sonntags kamen sie, weither aus den Dörfern und Flecken, mit ihren schweren Schuhen, die Männer mit plumpen Stöcken und die Weiber mit ungeheuren, unförmigen Parapluies, halb noch bedeckt mit dem Schweiße und dem Staub der Woche, ganz noch erdrückt unter der Wucht ihrer Sklaverei, kamen sie um einzukaufen, was sie brauchten, das heißt, drei-, vier-, fünf- und zehnfach verteuert einzutauschen, was sie selbst erschaffen hatten in anderer Form: die Arbeit. Verlegen, unsicher, bittend und schüchtern traten sie in die »Geschäfte« und ließen sich von schwatzenden Juden, und Christen, die schlimmer waren als die Juden, das Fell über die Ohren ziehen, daß es nur so flutschte.

 

Oskar Adler beschreibt die Erde als ein großes, lebendiges Wesen mit Stoffwechsel, Ausscheidung usw.

Solche große, lebendige Wesen sind gleich der Erde auch die anderen Planeten, mit denen die Erde in ununterbrochener Wechselbeziehung steht, wie etwa ein Mensch zu den anderen Menschen in seiner Umgebung. Und wenn nun ein Mensch auf dieser Erde in einem bestimmten Moment geboren wird, gewissermaßen aus dem Schoße der Erde entbunden, dann trägt er in sich als Morgengabe die Grundstimmung, die in diesem Moment durch die Planetenwelt ging, trägt er in sich als das Gesetz seines künftigen individuellen Lebens den Gedanken, den die Erde in diesem Moment im Zwiegespräch mit ihrer kosmischen Umgebung denken mußte, als bleibenden Grundton seines Lebens, als Ausdruck des Gesetzes, “nachdem er angetreten”, wie Goethe sagt:

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen,
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.

Oskar Adler: Das Testament der Astrologie. Hugendubel Verlag; München, 1991. S.27

Dez 302010
 

Moso Frau am Lugu See

Im Osten Tibets lebt der Stamm der Moso. Derzeit ist das Land von dem Stamm der Han (Chinesen) besetzt. Die Moso leben eine Gesellschaftsform, welche den Säulen der Zivilisation und den natürlichen Bedürfnissen des Menschen gleichermaßen entspricht. Verbindungen zwischen Frauen und Männern sind und bleiben unbelastet und freudevoll. Ein Leben ohne Eifersucht als Grundlage für Frieden seit Jahrtausenden kann für die Weltgemeinschaft das Vorbild darstellen.

Zivilisation

Bluterblinien

Eigentumssicherung

Moso Leben

Naturleben

sexuelle Freiheit

 Verliebtsein

 

Christine Mathieu, übersetzt von Barbara Röhl in “Das Land der Töchter: Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört”:

“[...]in den meisten Gesellschaften muß für gewöhnlich ein Faktor zurückstehen, damit die Ehe funktioniert. In patrilinearen männlich dominierten Gesellschaften wird fast immer die romantische Liebe geopfert und fast immer die sexuelle Freiheit und die Lust – der Frauen. In extremeren Fällen hängt möglicherweise die männliche Erblinie von der ausschließlichen sexuellen Kooperation von Frauen und Töchtern ab, etwas, wozu Frauen von Natur aus nicht neigen. Solche Gesellschaften müssen sich große Mühe geben, die Sexualität der Frauen in Schach zu halten und greifen dazu oft zu drastischen Maßnahmen, wobei zu den menschenverachtendsten die weibliche Beschneidung, das Einbinden der Füße, Witwenverbrennungen, Burkas, und alle Arten sozialer Isolation gehören.

Wenn andererseits die Ehe auf den Idealen romantischer Liebe, sexueller Harmonie und der Gleichheit zweier Individuen basiert, statt auf der Sorge um Erblinien und Eigentum, gerät die ökonomische Stabilität, ja die Einheit der Familie selbst in Gefahr. Wie unsere gegenwärtigen Scheidungsraten zeigen, ist die Liebe zwar ein hehres Ideal, aber eine schwache Basis für eine stabile Ehe.

Die Moso dagegen haben eine außergewöhnliche kulturelle Wahl getroffen: Sie haben weder die sexuelle Freiheit noch die romantische Liebe geopfert, weder die ökonomische Sicherheit noch die Kontinuität ihrer Vererbungslinien. Stattdessen haben sie die Ehe verworfen. Gewonnen haben sie eine Gesellschaft, in der alle grundlegenden Bestandteile des Lebens – Nahrung, Zuneigung, Besitz und Familienlinien – Geburtsrechte sind, die durch den alleroffensichtlichsten Umstand der mütterlichen Verbindung hergestellt werden. Interessanterweise finden aus der Perspektive der Familienkontinuität nicht nur Frauen, sondern auch Männer Erfüllung in dieser Lebensweise, die sie von dem Druck befreit, für Nachkommenschaft zu sorgen – denn die Mosofamilien mit ihren zahlreichen Schwestern garantieren fast sicher den Fortbestand bis in die nächste Generation.

Die Moso vertreten idealistisch die Meinung, dass ihre um die Mütter zentrierte Lebensweise die bestmögliche ist und am besten geeignet, Glück und Harmonie zu fördern.”

Yang Erche Namu, Christine Mathieu (2005): Das Land der Töchter: Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört. Ullstein TB Verlag; Berlin.]

Weitere Informationen bei mosuoproject.org

 

„Die christliche Religion ist eine Parodie auf die Sonnenanbetung, in welcher sie eine Figur namens Christus an die Stelle der Sonne setzten und ihm jetzt die Verehrung zukommen lassen, die ursprünglich der Sonne galt.“

[http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Paine] Stand: 13.01.2009

“All national institutions of churches, whether Jewish, Christian, or Turkish, appear to me no other than human inventions set up to terrify and enslave mankind, and monopolize power and profit.”

“Whenever we read the obscene stories, the voluptuous debaucheries, the cruel and torturous executions, the unrelenting vindictiveness, with which more than half the Bible is filled, it would be more consistent that we called it the word of a demon, than the Word of God. It is a history of wickedness, that has served to corrupt and brutalize mankind; and, for my own part, I sincerely detest it, as I detest everything that is cruel.”

[Thomas Paine: “The age of reason”]

Aug 072008
 

“Die Gesundheitslehren einer altslawischen Schrift und einer aramäischen Evangelien-Handschrift in der Bibliothek des Vatikan. Die aramäischen und altslawischen Texte, verglichen und herausgegeben von Edmont Székely und Purcell Weaver, 1937.” “Das Evangelium des Friedens von Jesus Christus aufgezeichnet durch den Jünger Johannes”.

Unterschiede dieses “Urtextes” gegenüber dem Kanon der Bibel seien insbesondere:

  1. kosmische Signaturenlehre / Astrosophie
  2. Taufe=Anweisung zum Fasten inkl. Einlauf
  3. Schöpfer (Gott) sind Mutter Erde und Vater Himmel
  4. Aufruf zu natürlichem Ausdruck durch Entledigung der Bekleidung
  5. Trinität ist Mutter (Erde), Vater (Himmel) und Mensch
  6. Ablehnung von Fleischkonsum
  7. Lehre der Wiedergeburt
  8. Ablehnung von Alkoholkonsum

 Belegende Zitate:

(1) Im Bezug auf dem Hinweis nach den Heiligen Schriften des Moses sagt Jesus: ”Sucht das Gesetz nicht in euren heiligen Schriften; denn das Leben ist das Gesetz, die Schrift jedoch ist tot[...]In allem was da lebt steht das Gesetz geschrieben. Ihr findet es im Gras, im Baum, im Fluß, in den Bergen, in den Vögeln des Himmels, in den Fischen des Meeres; doch vor allem sucht es in euch selber.[...]Warum studiert ihr die toten Schriften, die das Werk von Menschenhänden sind?” (S.15)

(2) “Geht für euch und fastet allein, und zeigt niemandem, daß ihr fastet.[...]Meidet alle Menschen, während ihr fastet und suchet die Engel unserer Erdenmutter; denn wer sucht, der wird finden. Sucht die frische Luft des Waldes und der Felder…” (S.16). “Wahrlich, ich sage euch, laßt den Wasserengel euch auch innerlich taufen, damit er euch von euren Sünden der Vergangenheit befreien kann[...]führt das Ende des Kürbisstengels in euren Leib ein, damit das Wasser ganz in euren Leib einzuströmen vermag[...]Darauf laßt das Wasser aus eurem Leibe wieder auslaufen, damit es allen Schmutz und Gestank Satans wegtrage.” (S.17f.)

(3) “Wahrlich, ich sage euch, der Mensch ist das Kind der Erdenmutter, und von ihr bekam er seinen ganzen Leib, gleich wie der Leib des Kindleins aus dem Leib seiner Mutter geboren wird. Wahrlich ich sage euch, ihr seid eins mit der Erdenmutter, sie ist in euch und ihr seid in ihr[...]Diese heilige Taufe durch den Wasserengel bedeutet: Wiedergeburt zu neuem Leben. [...]Nach solcher Taufe sündigt nicht mehr.” (S.12)

(4) “Sucht die frische Luft des Waldes und der Felder. und dort im Freien werdet ihr den Luftengel finden. Zieht eure Schuhe und Kleider aus und gestattet dem Luftengel, euren ganzen Leib zu umarmen.[...]Niemand kommt vor das Angesicht Gottes, dem der Luftengel nicht den Weg freigibt. [...] Nach dem Luftengel sucht den Wasserengel. Zieht eure Schuhe und Kleider aus und gestattet dem Wasserengel, euren ganzen Leib zu umarmen.[...]Niemand kommt vor das Angesicht Gottes, dem der Wasserengel nicht den Weg freigibt.[...]Zieht eure Schuhe und Kleider aus und gestattet dem Sonnenengel, euren ganzen Leib zu umarmen…” (S.16ff.)

(5) “Denn euer Himmelvater ist Liebe. Denn euer Erdenmutter ist Liebe. Denn der Menschensohn ist Liebe. Durch Liebe werden Himmelvater, Erdenmutter und Menschensohn (Menschenkind) eins. Denn der Geist des Menschenkindes wurde aus dem Geiste des Himmelsvaters geschaffen und sein Leib aus dem Leibe der Erdenmutter.” (S.21)

(6) ”Denn ich sage euch wahrlich, alles, was auf Erden lebt, kommt von der einen Mutter. Wer daher tötet, tötet seinen Bruder. Und die Erdenmutter wird sich von ihm abwenden und wird ihm ihre belebenden Brüste entziehen[...]Und das Fleisch der erschlagenen Tiere wird in seinem Leibe zu seinem eigenen Grabe werden. Denn wahrlich sage ich euch, wer tötet, tötet sich selber, und wer das Fleisch gemordeter Tiere ißt, ißt vom Leibe des Todes.[...]” (S. 36f.) “Und Jesus sprach weiter: >>Gott gebot euren Vorfahren >Du sollst nicht töten.< Doch ihre Herzen waren hart, und sie töteten. Da wünschte Moses, daß sie zumindest keine Menschen töten sollten, und er erlaubte ihnen, Tiere zu töten. Doch da wurden die Herzen eurer Vorväter noch härter, und sie töteten Menschen ebenso wie Tiere. Ich aber sage euch: Tötet weder Menschen noch Tiere…” (S.38f.)

(7) “Denn ebenso wie ihr in diesem Leben getan habt, so wird es euch im kommenden Leben getan werden.” (S.72)

“Auf geistigem Gebiet kann vom einzelnen Menschen nur das als Wahrheit betrachtet werden, was in seinem besten Innersten als solche empfunden und erlebt wird. Wirklicher Beweis liegt innen, nicht außen. Wer seine Überzeugungen aufzubauen versucht auf Behauptungen, die von außen, durch Wort und Schrift zu ihm kommen, der kann die ihm zugehörige Wahrheit nicht finden. Alles von außen Kommende darf nur Anregung sein zu einem eigenen Erspüren und Durchdenken und Erleben, aus dem die eigene Erkenntnis aufleuchtet. Für den Menschen der Wachheit und Reife will, kann es nur innere Autorität geben, niemals äußere. Es ist somit nicht wesentlich, ob dieses Evangelium wirklich im Urtext noch im Tibet liegt und ob es genau die Worte wiedergibt, die Jesus zugeschrieben werden. Eine Wahrheit ist nicht deswegen richtig, weil sie nachweisbar von Christus oder Buddha oder Laotse oder einem anerkannten Wissenschaftler ausgesprochen wurde.“ (S. 49f.)

Zum Aufruf des Jesus, sich der Bekleidung zu entledigen, ist das Verständnis der Geschichte nötig. Die geschlechtliche Scham ist die Erbsünde des Menschen lt. Juchrilam-Schöpfungsmythos, denn die Scham und die resultierende Unterdrückung des Triebes und der Sexualität sind die Ursache für Neurosen, Aggression, Konflikt, Gewalt, Krieg der Menschheit. Seit der Bibel ist dies bekannt als Verlust des Paradies (Zusammenleben der Menschen mit Tieren in Frieden) bis in die Psychologie des 20. Jahrhunderts (Reich). Die 3 Juchrilam Kirchen, die sich auf diese Erbsünde berufen, stellen sich der Aufgabe, den Menschen wieder in das Paradies zu führen, durch Aufhebung sexuellen Schamgefühls. Solange die Menschheit diese durch die Juchrilam-Schriften indizierte Phase der Sünde der sexuellen Scham nicht überwindet, läßt sich der Mensch weiterhin durch Organisationen instrumentalisieren als Waffe zur Durchsetzung und Wahrung von Machtinteressen jeder Art. Kirchliche Fürsprache für eine Nacktheit im Alltag sind die ersten hoffnungsvollen Zeichen des Richtungswechsels der Kirchen zur Auflösung der Erbsünde und wahrhaftiger Fürsorge für den Menschen. Durch eine weitere Veröffentlichung dieser Ur-Evangelien in ihrer Gesamtheit durch den Vatikan wird sich die Kirche wieder ihrem ursprünglichen Ziel zu wenden, nämlich dem als Bewahrer der Weisheit und Beschützer der Menschen. Dieser Kirchen wird sich auch der Mensch wieder hin wenden wollen. Gerichtlicherseits gab es A.D. 2001 noch antichristliche Urteile des Amtsgerichts Freiburg: “Sowohl Penis als auch Po gehören im gegenwärtigen gesellschaftlichen Zusammenleben zum menschlichen Schambereich, der nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort in der Öffentlichkeit gezeigt werden kann. Dies gilt auch für einen mit einem Tuch/Strumpf o.ä. eng umwickelten Penis, zumal der Po frei blieb. Für das Amtsgericht ist evident und bedarf insoweit keines weiteren Beweises, dass ein erheblicher und ins Gewicht fallender Teil der Bevölkerung ein derartiges Verhalten missbilligt und sich in hohem Maße über ein derartiges Verhalten empört.“ [http://www.niehenke.net/fkk/anyboard/posts/1796.html Stand: 05.10.2008]

Edmont Székely: Heliand. Evangelium des vollkommenen Lebens. Auszug aus einem aramäischen Urtext. Drei Eichen Verlag; 1972. 11. Auflage 2002. Ins Deutsche übersetzt und herausgegeben von Werner Zimmermann